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BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ortsverband Rheda-Wiedenbrück

ALLES GUTE ZUM MUTTERTAG AM 11.05.2025

Wir an eine besondere Mutter der deutschen Demokratie: Frau Elisabeth Selbert

Der Muttertag ist nicht nur ein Tag des Dankes, der Liebe – und der Erinnerung. In diesem Jahr gedenken wir einer Frau, die nicht nur Mutter zweier Söhne war, sondern auch eine ganz entscheidende politische Mutter unserer Verfassung:

Elisabeth Selbert, Juristin, Demokratin, Kämpferin für Gleichberechtigung – und eine der vier sogenannten Mütter des Grundgesetzes.


In einer Zeit, in der Frauen kaum Gehör fanden, wagte sie es, laut zu sein und sie war sehr laut.

Frau Elisabeth Selbert hat Recht studiert und sie hat für Gerechtigkeit gekämpft. Während der Beratungen des Parlamentarischen Rates 1948/49 war es ihr kraftvoller und unermüdlicher Einsatz, der zur wohl bekanntesten Gleichstellungsformel in unserer Verfassung geführt hat.


Ursprünglich hieß es noch:
„Männer und Frauen haben dieselben staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten.“

Aber das reichte Frau Elisabeth Selbert nicht, staatsbürgerliche Rechte allein reichen nicht. Es geht hier um alles, das gesamte Leben. Es geht um Arbeit, Familie, Bildung, Chancen und um Würde – und um Gleichheit.

Und so kämpfte sie dafür, dass es heute in Artikel 3 Absatz 2 des Grundgesetzes heißt:
„Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“


Mit öffentlichen Reden, Zeitungsartikeln und einer unermüdlichen Kampagne setzte sie die bürgerlichen Parteien unter Druck. Sie mobilisierte Frauenverbände bis sie Erfolg hatte:
Am 18. Januar 1949 wurde ihr Änderungsantrag angenommen – gegen den Widerstand vieler Männer im Parlamentarischen Rat.

Doch Elisabeth Selberts Engagement reichte weiter: Sie setzte sich auch für die Gleichstellung nichtehelicher Kinder mit ehelichen ein – ein mutiges Anliegen in einer Zeit, in der konservative Familienbilder tief verankert waren.

Elisabeth Selbert war nicht nur eine Mutter im familiären Sinn. Sie war eine Mutter der Gleichberechtigung in Deutschland. Ihr unermüdlicher Einsatz wirkt bis heute – in jeder Debatte um gleiche Löhne, gerechte Aufteilung von Sorgearbeit, politische Repräsentanz von Frauen und das Recht auf Selbstbestimmung.

2024, zu ihrem 125. Geburtstag, wurde ihr in ihrer Heimatstadt Kassel ein Denkmal gesetzt – ein sichtbares Zeichen für eine Frau, die so vieles für die Frauen erreicht hat.


Doch das größte Denkmal steht in unserem Grundgesetz. Es steht in jeder Zeile, die Gleichheit garantiert. Es steht in jedem Fortschritt, den Frauen errungen haben. Und es steht in unserem Auftrag, weiterzugehen.

Am diesjährigem Muttertag verneigen wir uns vor allen Müttern – den sichtbaren und den stillen Heldinnen des Alltags.

Und wir erinnern an Elisabeth Selbert, die uns gezeigt hat, dass wir mit Mut und Beharrlichkeit die Welt verändern können.


Danke, Elisabeth Selbert. Für deinen Einsatz. Deinen starken Willen. Und deine Kraft und dein Vorbild.

Bündnis 90/Die Grünen Rheda-Wiedenbrück


 


Details zu Ihrem Lebenslauf:
https://www.hdg.de/lemo/biografie/elisabeth-selbert.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_Selbert



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